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Hören beim Fraser-Syndrom

· Aktualisiert 15.03.2026 · 9 Min. Lesezeit

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Kindes wende dich bitte an eine Fachärztin oder einen Facharzt.

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Beim Fraser-Syndrom sind bei etwa 59 Prozent der Betroffenen die Ohren mitbetroffen — meist als Schallleitungsschwerhörigkeit durch verschlossene Gehörgänge oder Mittelohrfehlbildungen. Die gute Nachricht: Diese Art der Schwerhörigkeit lässt sich mit Knochenleitungs-Hörgeräten und später oft auch chirurgisch gut versorgen.

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Ohrfehlbildungen beim Fraser-Syndrom

Neben den Augen sind die Ohren einer der Körperbereiche, die beim Fraser-Syndrom häufig betroffen sein können. Bei etwa 59 % der dokumentierten Betroffenen wurden Ohrfehlbildungen beschrieben — das zeigt die bislang größte Auswertung von 117 Fällen (Slavotinek & Tifft, 2002). Nicht jedes Kind mit Fraser-Syndrom hat Ohrauffälligkeiten, aber es ist ein verbreitetes Begleitmerkmal, das von Beginn an im Blick behalten werden sollte.

Als Nebenkriterium der aktuellen Diagnosekriterien nach van Haelst et al. (2007) gelten sogenannte dysplastische Ohren — das heißt: fehlgeformte, häufig tiefsitzende Ohrmuscheln. In schwereren Ausprägungen kommt es zu Mikrotie (sehr kleinen Ohrmuscheln) oder Gehörgangatresie (verschlossener äußerer Gehörgang).

Was kann betroffen sein?

  • Ohrmuschel: Fehlgeformte oder sehr kleine Ohrmuscheln — von leichten Formabweichungen bis zur Mikrotie (stark verkleinerter Ohrmuschel).
  • Äußerer Gehörgang: Gehörgangatresie — der Gehörgang ist verschlossen oder nicht angelegt. Das verhindert, dass Schall zum Mittelohr gelangt.
  • Mittelohr: Mittelohrfehlbildungen, zum Beispiel fehlgeformte Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel). Diese kleinen Knochen leiten Schall vom Trommelfell zum Innenohr — funktionieren sie nicht richtig, entsteht Schwerhörigkeit.
  • Innenohr: Innenohrveränderungen sind beim Fraser-Syndrom sehr selten und nur aus einzelnen Fallberichten bekannt. Das Innenohr selbst ist in den meisten Fällen nicht betroffen.