Schwangerschaft & Genetik

Pränatale Diagnostik beim Fraser Syndrom

· Aktualisiert 15.03.2026 · 14 Min. Lesezeit

Kann man das Fraser-Syndrom schon vor der Geburt erkennen? Die Antwort lautet: Ja — aber es ist schwierig. Im Routine-Ultraschall fallen häufig zunächst Auffälligkeiten wie fehlende Nieren oder zu wenig Fruchtwasser auf, ohne dass sofort an ein Fraser-Syndrom gedacht wird. Erst die gezielte Suche nach der charakteristischen Kombination von Fehlbildungen und eine genetische Untersuchung führen zur Diagnose. Für Eltern ist die pränatale Diagnostik oft eine Zeit großer Unsicherheit — zwischen der Hoffnung auf Entwarnung und der Angst vor einer schwerwiegenden Diagnose. Dieser Artikel erklärt, welche Untersuchungen möglich sind, wann sie durchgeführt werden und was die Ergebnisse bedeuten können.

Ultraschall — der erste Hinweis

In den meisten Fällen gibt der Ultraschall den ersten Hinweis darauf, dass etwas nicht wie erwartet verläuft. Im Rahmen des regulären Organscreenings — der sogenannten Feindiagnostik zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche — untersucht die Ärztin oder der Arzt systematisch die Organe des ungeborenen Kindes. Dabei können Auffälligkeiten sichtbar werden, die auf ein Fraser-Syndrom hindeuten.

Die früheste dokumentierte pränatale Diagnose eines Fraser-Syndroms gelang in der 16. Schwangerschaftswoche — allerdings bei einer Familie, in der bereits ein Kind betroffen war und daher gezielt gesucht wurde (Fraser Syndrome: Prenatal Detection at 16 Weeks, 2016). Ohne eine solche Vorgeschichte wird beim Routine-Ultraschall selten gezielt nach einem Fraser-Syndrom gesucht, weil die Erkrankung so selten ist. Typischerweise wird die Diagnose zwischen der 18. und 24. Schwangerschaftswoche gestellt, wenn das Organscreening Auffälligkeiten zeigt.

Es gibt auch Fälle, in denen die Diagnose erst nach der Geburt gestellt wird — etwa wenn nur milde Fehlbildungen vorliegen oder die Ultraschallbefunde unspezifisch sind. Ein in der Literatur beschriebener Fall wurde sogar erst im Alter von sechs Monaten diagnostiziert (BMC Pediatrics, 2019).