Therapien

Ergotherapie beim Fraser Syndrom

· Aktualisiert 15.03.2026 · 19 Min. Lesezeit

Ergotherapie beim Fraser-Syndrom

Ergotherapie gehört für viele Kinder mit Fraser-Syndrom zu den wichtigsten Fördermaßnahmen überhaupt — besonders nach handchirurgischen Eingriffen bei Syndaktylien und im Alltag mit Sehbehinderung. Sie hilft Kindern, ihre Hände zu benutzen, sich selbst zu versorgen und die Welt um sie herum zu begreifen — auch wenn Finger verwachsen waren, die Augen kaum sehen und Geräusche anders ankommen als bei anderen Kindern.

Was ist Ergotherapie?

Ergotherapie ist eine eigenständige medizinische Fachrichtung. Ihr Ziel ist es, Menschen — Kindern wie Erwachsenen — dabei zu helfen, die Dinge des Alltags selbstständig und so vollständig wie möglich zu tun: essen, sich anziehen, greifen, spielen, später schreiben. Das Wort "Ergon" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Arbeit" — gemeint ist die Arbeit des Lebens, die täglichen Handlungen also, die uns alle ausmachen.

Im Mittelpunkt steht immer die Handlung selbst: Was will oder muss das Kind tun können — und was braucht es dafür? Wenn Finger nach einer Operation noch steif sind, wenn sehbehinderte Kinder lernen müssen, ihren Körper ohne visuelle Rückmeldung zu spüren, wenn Geräusche überwältigend ankommen und das Kind sich nicht konzentrieren kann — dann ist Ergotherapie der richtige Ort, um daran zu arbeiten.

Ergotherapie und Physiotherapie werden beim Fraser-Syndrom häufig gleichzeitig verordnet und ergänzen sich. Der Unterschied: Physiotherapie arbeitet vor allem an Grobmotorik, Gleichgewicht, Körperhaltung und Kraft — sie fragt, ob das Kind laufen, sitzen und sich aufrichten kann. Ergotherapie fragt: Kann das Kind einen Löffel halten? Kann es sich selbst anziehen? Wie verarbeitet es Berührung und Geräusche? Beide Perspektiven zusammen ergeben ein vollständiges Bild.